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	<title>system &#8211; LoKoNet</title>
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	<description>Netzwerk Lokale Konfliktforschung und Bearbeitung</description>
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		<title>Travelling Conferences: Rückblick und Ausblick</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2023 12:57:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Angst und Radikalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimakrise]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Alexander Krahmer Alle sechs Monate tagt das LoKoNet-Kompetenznetz gemeinsam mit seinem „Erweiterten Netzwerk“, einer Runde aus verschiedenen Expert:innen zu Konflikt- oder Emotionsforschung sowie Konfliktbearbeitung, auf den Travelling Conferences. Derzeit organisieren Fritz Reusswig und Wiebke Lass für den 11.-13. September bereits die zweite Konferenz am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Schauen wir hier jedoch  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background gradient-container-1 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-separator" style="align-self: flex-start;margin-right:auto;margin-bottom:15px;width:100%;max-width:120px;"><div class="fusion-separator-border sep-single sep-solid" style="--awb-height:20px;--awb-amount:20px;--awb-sep-color:var(--awb-color8);border-color:var(--awb-color8);border-top-width:8px;"></div></div><div class="fusion-text fusion-text-1" style="--awb-text-color:var(--awb-color8);--awb-margin-top:20px;"><p><strong>Von Alexander Krahmer</strong></p>
</div><div class="fusion-text fusion-text-2"><p>Alle sechs Monate tagt das LoKoNet-Kompetenznetz gemeinsam mit seinem „Erweiterten Netzwerk“, einer Runde aus verschiedenen Expert:innen zu Konflikt- oder Emotionsforschung sowie Konfliktbearbeitung, auf den Travelling Conferences. Derzeit organisieren Fritz Reusswig und Wiebke Lass für den 11.-13. September bereits die zweite Konferenz am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung.</p>
<p>Schauen wir hier jedoch zurück auf die erste Travelling Conference Ende November 2022 in Bochum, zu der Dilek Tepeli und Jürgen Straub an die Ruhr-Universität einluden. Der enge fachliche Austausch zu zentralen Forschungs- und Praxisthemen des Projekts war mit Vorträgen und Diskussionen gestartet, für die wir uns richtig lange Zeit genommen haben – eine Stunde pro Thema, was einen deutlichen Gewinn in einer Welt zunehmend hektischerer Fachtagungen darstellte. Die Vorträge gaben Einblicke in die Expertise, Interessenschwerpunkte und langjährigen Erfahrungen der verschiedenen Mitglieder des Erweiterten Netzwerks. So ließ uns der Autor und Sozialpsychologe Robert Montau unter dem Titel <em>Nachbarschaftskonflikte erforschen: Entwicklung methodischer Zugänge</em> Einblick nehmen in einen reichen Erfahrungsschatz und eine sowohl praktische als auch wissenschaftliche Beschäftigung mit Konflikten. Aber er zeigte auch, wie kräftezehrend dieses Berufsfeld ist und was man alles nicht erreichen kann (siehe der Kurzbeitrag oben und das im Erscheinen begriffene Buch). Im Anschluss präsentierte Bernd Rieche von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden unter der interessanten Frage <em>Konfliktbearbeitung als Sprechen über Emotionen?</em> eigene „Überlegungen und Impulse aus der Perspektive der zivilen Konfliktbearbeitung“. Auf Basis der vorgestellten Grundprinzipien der Konfliktbearbeitung diskutierten wir dabei u.a., welche Strukturen und Prozesse eine förderliche Bearbeitungskultur auszeichnet, die auch persönliche Bedürfnisse von Konfliktbeteiligten berücksichtigt. Jens Brockmeier von der American University Paris schloss mit philosophischen Reflexionen zu <em>Erzählungen und Gefühlen</em> an und zeigte dem Publikum anhand von Filmmaterial, wie Emotionen mit filmisch-narrativen Mitteln dargestellt und auch evoziert werden. Abgerundet wurde das eintägige Treffen durch Kristin Platt von der Ruhr-Universität Bochum, Institut für Diaspora- und Genozidforschung, die das Vortragsthema<em> Über und unter der Wasserlinie – ein Weg zu postqualitiativen Konfliktmodellen </em>an Beispielen von Gewalt in Stadtquartieren ausführte. Die anschließende lebhafte Diskussion drehte sich um den Zusammenhang von Quartierstyp, Gewalt und Stigmatisierung.</p>
<p>Wir danken allen Partnerinnen und Partnern, die an der Travelling Conference teilgenommen haben und freuen uns bereits auf ein Wiedersehen im September 2023 in Potsdam!</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>3 Fragen, 3 Antworten mit Dennis Zilske (Planerladen gGmbH)</title>
		<link>https://www.lokonet.de/3-fragen-3-antworten-mit-dennis-zilske-planerladen-ggmbh/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[system]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2023 12:50:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Newsletter]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Hanna Seydel und Stefan Baars (TU Dortmund)  Die Planerladen gGmbH arbeitet seit 1982 in unterschiedlichen Bereichen der stadtteilbezogenen Gemeinwesenarbeit. Im Rahmen des vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU geförderten Projekts INKLUDO 2.0 ist er auch in den Bereichen Konfliktvermittlung, Mediation und Prävention tätig. Zu den Schwerpunkten dabei gehören u.a.  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background gradient-container-2 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-separator" style="align-self: flex-start;margin-right:auto;margin-bottom:35px;width:100%;max-width:120px;"><div class="fusion-separator-border sep-single sep-solid" style="--awb-height:20px;--awb-amount:20px;--awb-sep-color:var(--awb-color8);border-color:var(--awb-color8);border-top-width:8px;"></div></div><div class="fusion-text fusion-text-3"><p><strong>Von Hanna Seydel und Stefan Baars (TU Dortmund)</strong></p>
</div><div class="fusion-text fusion-text-4"><p>Die Planerladen gGmbH arbeitet seit 1982 in unterschiedlichen Bereichen der stadtteilbezogenen Gemeinwesenarbeit. Im Rahmen des vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der EU geförderten Projekts INKLUDO 2.0 ist er auch in den Bereichen Konfliktvermittlung, Mediation und Prävention tätig. Zu den Schwerpunkten dabei gehören u.a. Unterstützung für Menschen in prekären Wohnverhältnissen sowie die Förderung von Begegnung, Austausch und Dialog in der Dortmunder Nordstadt. Im Rahmen von LoKoNet ist der Planerladen Praxispartner des Verbundprojektes.</p>
<p><strong>Wie war dein Eindruck von unserer ersten LoKoNet Travelling Konferenz, und was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?</strong></p>
<p>Positiv ist mir die große Bandbreite an Themen – von Berichten aus der Praxis bis hin zu theoretischen Überlegungen über die Erzählung von Geschichten – in Erinnerung geblieben. Trotz dieser Spannweite gab es immer auch eine Verknüpfung zum Thema Konflikt und der Konfliktforschung. Für mich war das irgendwie ein stimmiges Gesamtbild. Ich hatte das Gefühl überall Anknüpfungspunkte zu unserer Arbeit zu haben.</p>
<p><strong>Wo genau liegen diese Anknüpfungspunkte?</strong></p>
<p>Wir arbeiten viel in Konfliktfeldern, die drängend sind, wo Menschen zum Beispiel Konflikte mit ihrem Vermieter haben, der sich nicht kümmert, und die jetzt gerade ohne Heizung dastehen. In so einem Umfeld haben wir im Alltag oft wenig Zeit zu reflektieren oder über Konflikttheorien nachzudenken. Durch so eine Konferenz hat man die Möglichkeit, etwas Abstand zu gewinnen. Teilweise sind mir alte Fälle durch den Kopf gegangen, weil ich an Diskussionen anknüpfen konnte. So hieß es z. B. zu Beginn, Konflikte hätten meistens keinen Anfang und kein Ende und seien komplex. Wir sind oft mit Menschen in Kontakt, die nach einfachen Lösungen fragen, oder wir selbst denken, wir müssten einfache Lösungen präsentieren, wenn es um Konfliktvermittlung geht. Meistens lässt sich aber nicht sagen: hier fängt der Konflikt an, da hört er auf und dazwischen gibt es eine pauschale Vorgehensweise. In der Anerkennung der Komplexität von Konflikten als Grundvoraussetzung für die Vermittlung konnte ich mich also gut wiederfinden.</p>
<p>Auch beim Vortrag von Bernd Rieche (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden) habe ich viele Parallelen zu unserer Arbeit gesehen. Obwohl unser Projekt INKLUDO 2.0 relativ einzigartig gestrickt ist, haben wir eine ähnliche Herangehensweise, eine Kombination aus allparteilicher Moderation, Vermittlung von Konfliktkompetenz und Empowerment. Das Thema Empowerment finde ich dabei sehr relevant. Ich finde es wichtig, wegzukommen von einer Konfliktvermittlung, die sich nur als allparteiliche, neutrale Moderation und Beratung sieht. Aus meiner Sicht gehören die Unterstützung und das Empowerment von Benachteiligten und von denen, die in einem Konfliktfall erkennbar schwächer sind, mit dazu. Es gibt einfach Konstellationen, wo ich mich für die Schwächeren einsetzen muss und über eine Mediatorrolle hinausgehe. Das fand ich einen wichtigen Aspekt, den man aus unserer Sicht auf unsere Arbeit heraus vielleicht sogar noch stärker betonen müsste.</p>
<p><strong>Welche Erfahrungen gibt es beim Planerladen mit Wissenschafts-Praxis-Kooperationen?</strong></p>
<p>Wir sind aus der Universität heraus entstanden und kooperieren mit der Wissenschaft, seit es den Planerladen gibt. In den letzten Jahren sind wir verstärkt z. B. an Forschungsprojekten beteiligt, die sich mit der Zuwanderung in die Nordstadt und der Thematik der Ankunftsstadtteile befassen. Als Einrichtung ist uns schon immer wichtig gewesen, dass wir nicht nur die Arbeit vor Ort machen, sondern immer auch den Kontakt zur Forschung und auch zur Lehre halten. Sich die Zeit zu nehmen, die eigene Arbeit zu reflektieren und auch mit Perspektiven von außen abzugleichen, das ist ein großer Mehrwert.</p>
<p><strong>Vielen Dank!</strong></p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Bericht aus der Praxis:  Nachbarn – in Streit verstrickt. Eine sozialpsychologische Erkundung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[system]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2023 12:44:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Angst und Radikalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Robert Montau  Stören Nachbarn, so ruft das oft einen be­son­deren Zorn wach. Ein Beispiel: Einmal über­gab mir ein fast achtzigjähriger Pensionär ein fünfundzwanzigseitiges Be­schwerde­schrei­ben, das sich gegen den Nachbarn richtete – nach seinen Worten ein „ara­bischer Hengst“. Dessen Sex mit der „blonden, deut­schen Freundin“ gab der Beschwer­de­füh­­­rer lautmalerisch wieder, so auch  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-3 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background gradient-container-3 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-separator" style="align-self: flex-start;margin-right:auto;margin-bottom:35px;width:100%;max-width:120px;"><div class="fusion-separator-border sep-single sep-solid" style="--awb-height:20px;--awb-amount:20px;--awb-sep-color:var(--awb-color8);border-color:var(--awb-color8);border-top-width:8px;"></div></div><div class="fusion-text fusion-text-5"><p><strong>Von Robert Montau</strong></p>
</div><div class="fusion-text fusion-text-6"><p>Stören Nachbarn, so ruft das oft einen be­son­deren Zorn wach. Ein Beispiel: Einmal über­gab mir ein fast achtzigjähriger Pensionär ein fünfundzwanzigseitiges Be­schwerde­schrei­ben, das sich gegen den Nachbarn richtete – nach seinen Worten ein „ara­bischer Hengst“. Dessen Sex mit der „blonden, deut­schen Freundin“ gab der Beschwer­de­füh­­­rer lautmalerisch wieder, so auch den sich stei­­gern­den Rhyth­mus des gegen die Wand schla­gen­den Bettpfostens. Dabei schlug er mit geballter Faust gegen die Wand. Mit kal­ter Wut forderte er vom Vermieter die so­for­tige frist­lose Kündigung dieses Nachbarn. Für diesen Mann sind Nachbarn Stör­fak­toren. Nach­bar­schaft ist das Be­fol­gen von Regeln. Der so­zia­le Raum wird nicht ge­staltet, son­dern über­wacht. Er trägt die Maske des Normalen und sortiert dahinter mit buch­halte­rischer Genauigkeit Bruchstücke des gelebten Lebens seiner Nach­­barn, be­misst den Grad der Verfehlung und erfreut sich angewidert daran.<br />
Als Sozialpsychologe vermittelte ich zwölf Jahre zwi­schen strei­ten­­den Be­­­­­woh­­nerinnen und Bewohnern von Mietshäusern. Mit sechzehn Fällen aus mei­ner Pra­xis untersuche ich, was den Streit zwischen Nachbarn prägt und was da strittig ist. Das Buch, woraus der kurze Einblick stammt, wird im Herbst 2023 im Psychosozial-Verlag unter dem Titel <em>Nachbarn – in Streit verstrickt. Eine sozialpsychologische Erkundung</em> erscheinen.</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Klimakrise, Angst und Radikalisierung</title>
		<link>https://www.lokonet.de/__trashed/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[system]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2023 12:08:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus dem Newsletter]]></category>
		<category><![CDATA[Angst und Radikalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimakrise]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Fritz Reusswig, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)  Lange dümpelte der Klimadiskurs ein wenig vor sich hin, wurde wissenschaftlich vorangetrieben und fachpolitisch kleingearbeitet. Mit fortschreitenden Klimawandel-Folgen weltweit und in Deutschland hat sich das Bild gewandelt: Die Klimakrise ist zu einem Topthema geworden—aber wird zunehmend kontrovers diskutiert. Am einen Ende des Meinungsspektrums finden sich  [...]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-4 fusion-flex-container has-pattern-background has-mask-background gradient-container-4 nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-3 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:20px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-order-medium:0;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-order-small:0;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-column-has-shadow fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-separator" style="align-self: flex-start;margin-right:auto;margin-bottom:35px;width:100%;max-width:120px;"><div class="fusion-separator-border sep-single sep-solid" style="--awb-height:20px;--awb-amount:20px;--awb-sep-color:var(--awb-color8);border-color:var(--awb-color8);border-top-width:8px;"></div></div><div class="fusion-text fusion-text-7"><p><strong>Von Fritz Reusswig, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)</strong></p>
</div><div class="fusion-text fusion-text-8"><p>Lange dümpelte der Klimadiskurs ein wenig vor sich hin, wurde wissenschaftlich vorangetrieben und fachpolitisch kleingearbeitet. Mit fortschreitenden Klimawandel-Folgen weltweit und in Deutschland hat sich das Bild gewandelt: Die Klimakrise ist zu einem Topthema geworden—aber wird zunehmend kontrovers diskutiert.<br />
Am einen Ende des Meinungsspektrums finden sich radikale Klimaaktivist*innen, die konsequentes Handeln „sofort“ verlangen. Am anderen Ende wird der anthropogene Klimawandel geleugnet und unsere überkommene fossile Lebensweise verteidigt – am konsequentesten von den Rechtspopulisten. Zwischen diesen beiden Extremen findet sich die große Mehrheit der Deutschen, die mit (friedlichem) Klimaprotest sympathisiert, mit konsequentem Klimaschutz „hier und jetzt“ haben aber auch sie ihre Probleme.<br />
Für die Extreme spielt die emotionale Dimension eine besonders wichtige Rolle. Eine Schlüssel-Emotion, die sich an beiden Enden des Klimadiskurses in letzter Zeit massiv findet, ist die Angst—ergänzt um Empörung und Wut auf die (politische) Elite.<br />
Auf der klimaskeptischen Seite geht es zum einen um die Angst vor dem Verlust des überkommenen Lebensstils und des erreichten gesellschaftlichen Status. Seit dem Ukraine-Krieg und den massiven Preissteigerungen aber auch um die direkte wirtschaftliche Existenz – so steht es auf Plakaten und Transparenten wütender Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern oder bei Montags-Demos in Salzwedel und anderswo. Ein radikaler Politikwechsel wird gefordert: Frieden mit Russland.<br />
Angst haben auch die Klimaaktivist*innen der „Letzten Generation“, die sich an Autobahnen festkleben oder Kunst mit Kartoffelbrei bewerfen. Angst um ihre eigene, aber auch die planetare Zukunft. Gefordert wird auch hier ein radikaler Politikwechsel – allerdings in eine klimaneutrale Richtung.<br />
Die emotionalen Ansprachen und Rechtfertigungserzählungen sind auf beiden Seiten überraschend ähnlich. Ein dezisionistischer Geist von Existenzialismus und Situationismus schwebt über beiden Ausprägungen der Angst: ‚Du musst Dich hier und jetzt für das richtige Handeln entscheiden!‘ Und in beiden Fällen sind die Akteure davon überzeugt, einen Notstand abzuwenden. Darin kann ein Antrieb zum Protest, aber auch eine Selbstermächtigung zur Gewalt liegen.<br />
Wie sehen das die Akteure? Welche Rolle spielt die medial präsentierte Angst wirklich? Ist sie die Ursache des Protests oder eher eine Folge politischer Radikalisierung? Ist die Angst vor dem Untergang der Menschheit legitimatorisch und motivational „stärker“ als die vor der Firmeninsolvenz? Welche positiven Emotionen verbinden die Akteure jeweils mit dem, was sie bedroht sehen? Besteht über die politische Gegnerschaft hinweg Empathie mit denen, die Angst haben? Welche Raumbezüge weisen die Ängste auf? Diesen und ähnlichen Fragen wird das PIK im Projektverbund LoKoNet nachgehen.</p>
</div></div></div></div></div>
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